„We found love“ – prämierte (Arbeitgeber-) Videos

Ja ja, we found love… die einen haben (endlich, unverhofft, vermeintlich, zum Glück, auf Probe, hoffentlich, die ewige, neverending, vielleicht, wieder) ihre Liebe gefunden, und ich, weil ich bereits fündig geworden bin, immerhin ein paar gute Arbeitgebervideos. Ja, die gibt’s tatsächlich. In Zeiten, in denen sich – weiss der Teufel warum – immer wieder Unternehmen mit häufig peinlichen Musikvideos als toller Arbeitgeber in Szene zu setzen versuchen, wurden kürzlich in Berlin die HR Excellence Awards für das beste Arbeitgebervideo verliehen. Ich kann Sie beruhigen: alle drei auf der Shortlist stehenden Bewerber setzten auf andere Formate als auf Musikvideos oder gar auf den Alpenrap. Mit anderen Worten: sie überliessen das Singen jenen, die etwas davon verstehen – wie zum Beispiel Rihanna.

Auch sie wurde übrigens vor kurzem ausgezeichnet, und zwar an den MTV Video Music Awards in Los Angeles.  „We found love“ wurde als Video of the year ausgezeichnet und hier ist es:

Nun, nicht erst seit Abba wissen wir: „the winner takes ist all„. Klar, der olympische Gedanke und ein bisschen „dabei sein ist alles“ schwingt natürlich auch im Wettrennen um gute HR-Konzepte mit. Und doch gehört die ganz grosse Bühne letztlich immer den Gewinnern, in diesem Fall bzw. in dieser Kategorie der Techniker Krankenkasse. Weil ich aber auch die Filme beiden anderen Nominierten – s.Oliver und Stihl – sehr gelungen fand, gehört die Personalbloggerbühne nun diesen beiden schönen Ideen.

s.Oliver

Das Video des Modeherstellers s.Oliver aus dem unterfränkischen Rottendorf überzeugt mich mit seiner emotionalen, farbigen und unbeschwert fröhlichen Ansprache. Auch wenn Rottendorf nicht eben nach der grossen weiten Welt tönt, der Modehersteller ist international ein Grosser und weltweit aufgestellt – dies transparent zu machen, ist gut gelungen. Mit der schön umgesetzten Idee – Mitarbeitende aus aller Welt hielten ihr Arbeitsumfeld auf 5’000 Polaroids fest – kommt dieser multikulturelle Aspekt auf eine sympathische Art sehr gut zur Geltung. Das professionelle (und wie ich vermute ziemlich aufwändige Video) passt aus meiner Sicht ausgezeichnet zu einer Modemarke wie s.Oliver. Die Musik spielt auch hier eine wichtige Rolle und passt perfekt zum schnellen aber doch nicht hektischen Schnitt des Films.

Was mir gefällt: auch abseits der Arbeitgeberpositionierung setzt s.Oliver auf Video, so zum Beispiel bei der Bewerbung ihrer Trainee-Stellen. So zeigt hier Marie-Christine, was sie in ihrem Trainee-Jahr im Bereich Design erlebt und auf der Karriereseite des Unternehmens werden auch andere Traineeprogramme per Video bewoben. Vorbildlich.

Stark.Stihl.

Ebenfalls auf der Berliner Shortlist der drei besten Arbeitgebervideos mit dabei die Personaler von Stihl mit ihrem Recruitingfilm. Das deutsche Traditionsunternehmen macht schon seit Jahren mit einem ausgezeichneten Personalmarketing auf sich aufmerksam – was angesichts des schwierigen Arbeitsmarktes und der übermächtigen Konkurrenz der süddeutschen Autokonzerne eine schiere Notwendigkeit ist, zumal die Produkte des Marktleaders nicht bei jedem spontan nur positive Assoziationen auslösen – weil sie zum Beispiel laut und nervig sind (aber auch, wie es der Kampangnenname sagt, stark sind – was bewiesen weden kann).

Nun, zurück zu Stihl. Die haben wie bereits erwähnt einen richtig guten Arbeitgeberauftritt. Sie sind auf allen wichtigen Kanälen aktiv und bespielen diese sehr gekonnt auch crossmedial. Andere haben mir diesbezüglich bereits viel Arbeit abgenommen und darüber gebloggt, so zum Beispiel Eva Zils und Lutz Altmann in seinem Personalmarketingblog. Der Recruitingfilm ist Teil einer ganzen Kampagne, welche auch Print und gut gemachte online-Stelleninserate mit einschliesst. Der Film ist ein Art „Making of“ dieser Print- bzw. Stellenanzeigen. Eine schöne Idee, die natürlich so gut und professionell umgesetzt ist, dass das Video weit mehr als ein zufälliges „Making of“ ist. Schöne Idee, so kommt das Video frisch und leicht daher, es wirkt authentisch.

Sie sehen, bei meinem Abstecher ins pulsierende Berlin habe ich richtig schöne Arbeitgebervideos gefunden. Alles Wichtige über den Siegerfilm der Techniker Krankenkasse und über eine andere Trouvaille von Stihl, auf die ich gestossen bind, finden Sie hier.

We found love – so habe ich diesen Artikel eröffnet. Und ich schliesse ihn passend mit… ewiger Liebe (ja, mit nichts weniger!) – und damit Sie auch noch etwas internationale Musikkultur mitbekommen, kommt der Song natürlich aus der schönen Schweiz. Darum heisst er auch: Ewigi Liäbi. Bitte nicht nachsprechen, einfach geniessen und schwelgen.

Auf Wiederlesen.

Joerg Buckmann About Joerg Buckmann

Jörg Buckmann bloggt aus der Schweiz - er wird immer wieder auch Themen einbringen, die vieleicht in Deutschland etwas weniger bekannt sind. Jörg Buckmann, 43, ist seit fünf Jahren zusammen mit seinem HR-Team bei den Verkehrsbetrieben Zürich für viele Themen der Personalarbeit zuständig - sein Herz schlägt aber besonders für Fragen des Personalmarketings und der Personalgewinnung. Diese Leidenschaft lebt er auch in seinem eigenen Blog "blog.buckmanngewinnt" aus. Die VBZ haben in der Vergangenheit immer wieder mit guten Ideen für positive Schlagzeilen gesorgt und sind unter anderem Preisträger des Queb für die beste Recruitingkampagne 2011 und Gewinner des HR-Contests der DGFP 2011 in Wiesbaden.

Trackbacks

  1. […] So, ich glaube, das reicht für heute. Die inoffizielle Berlinale für HR-Regietalente schliesst und auch ich mache Feierabend. Sonst heisst es wieder, meine Beiträge wären episch. Wenn Sie noch etwas mehr Musik haben wollen, dann schauen Sie bei den Personalbloggern vorbei. […]

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