Krieg der Arbeitswelten, Episode IV: Es sind nicht mehr alles Menschen

Was Star Wars schon vor 40 Jahren wusste…#Digitalisierung

In zwei Tagen ist es so weit! „Das Erwachen der Macht“ wird in den deutschen Kinos anlaufen und läutet gleichzeitig die dritte Trilogie der Star Wars Saga ein. Kein anderer Film hat über Jahrzehnte hinweg Menschen so in den Bann gezogen wie dieser. Es gibt nichts, bei dem wir damals gedacht hätten, dass unsere Kinder genau dem gleichen Hype verfallen würden, der uns im Kindesalter ereilte. Genau mit dieser besonderen Konstellation und der enormen Zeitspanne bringt dieser Film mehr Generationen an einen Tisch, als so manches Familienfest. Man könnte sogar behaupten Star Wars ist dieser Tage das Familienhappening kurz vor Weihnachten, welches Jung und Alt zusammenbringt. Teilweise sogar verkleidet. Darüber hinaus läuft zudem seit Monaten eine riesige monetär getriebene Merchandising-Maschinerie, die es schafft, dass ein Entkommen von diesem Medienereignisses unmöglich erscheint. Man könnte beinahe meinen, dass jeder Shop schnell seine Ladenhüter mit Star Wars Aufkleber versehen hat, und Simsalabim waren sie plötzlich wieder begehrt und verkaufen sich in Massen. Unsere persönlichen Highlights: Star Wars Glühwein und Star Wars Shampoo.

Das Robin und Michael auch Anhänger der Star Wars Mythologie sind, ist denken wir, niemandem entgangen. Doch ganz so ausgeprägt war diese Anhängerschaft dann doch nicht. Der Star Wars Sekt bleib dann doch im Laden stehen. Doch als Fans der ersten Stunde (zumindest fast) wollen wir es uns nicht nehmen lassen, zum Tag des Filmstarts  dieses Ereignis zu nutzen, und mit unseren weiteren Leidenschaften, dem Bloggen und dem Recruiting zu verbinden. Und bevor Sie es nun denken: nein, wir wollen nicht einen mittelmäßigen Blogeintrag mittels Star Wars Überschrift aufwerten. Wir sehen hier tatsächlich Parallelen. Am Ende des Posts dürfen Sie aber gern entscheiden, ob das Shampoo im Supermarkt mehr mit Star Wars gemein hat, als unsere HR Überlegungen.

Wir beginnen mit der Vogelperspektive und einem Meta-Blick auf HR. Da kristallisiert sich seit einiger Zeit ein Thema heraus, welches in so vielfältiger Form Präsenz zeigt, dass wir es längst nicht mehr Trend nennen dürfen. Wir sprechen von der Digitalisierung. Sie ist in aller Munde; sie betrifft alle Bereiche und von einigen wird sie noch immer geleugnet. Sie hat ihre Schattenseiten, aber wir zwei sind fest davon überzeugt, dass sie den HR Bereich weit voranbringen wird. Aber gerade diese Schattenseite – die dunkle Seite der Digitalisierung -, die oftmals mit Big Data und Transparenz in Verbindung gebracht wird, scheint einen großen Raum in den Köpfen deutscher HRler einzunehmen. Zumindest lassen unsere persönlichen Erfahrungen darauf schließen. Sie ist unaufhaltsam und letztlich liegt es in unserer Hand, ob sie zum Guten oder Bösen verwand wird. Die Brücke zur Macht zu schlagen, die eine wichtige Rolle innerhalb der verschiedenen Episoden spielt, ist vielleicht etwas an den Haaren herbei gezogen. Es ist auch eine eher unwichtige und zufällige Brücke. Was aus unserer Perspektive viel interessanter ist, ist der Umgang mit Technologien in einer fiktiven Welt, in der die Digitalisierung längst vollzogen wurde. Seit beinahe 40 Jahren arbeiten und leben dort digitale Technologien und unterschiedlichste Lebensformen miteinander. Da die Konflikte ähnlicher Natur sind, und die Parteien in den Episoden ebenso gegeneinander vorgehen, wie wir es aus manchen HR Bereichen kennen, möge uns der „Macht“ Vergleich verziehen sein. Nichtsdestotrotz klingen in unseren Ohren die Kämpfe zwischen „HR als Gestalter oder Verwalter“, „Digitalisierung ja/nein“ oder „Maschinen ja/nein“. Kriegsschauplätze haben auch wir im HR. Zwar ohne Lichtschwerter, dafür aber bewaffnet mit Worten. Aber lassen wir die Harmonien der HR Bereiche hinter uns und blicken auf die Digitalisierung der Star Wars Episoden. Folgen Sie uns in eine fiktive Welt, aus der man vielleicht mehr lernen kann, als bloßer Schwertkampf und Soundeffekte.

Ziemlich beste Freunde – R2D2 und C-3PO

„Sag nicht immer -du wirrköpfiger Philosoph- zu mir!“ (C-3PO zu R2D2), sagte die eine Maschine zur anderen Maschine… In der voranschreitenden und mittlerweile auch vielschichtig diskutierten Digitalisierung der Lebens- und Arbeitswelten stehen wir irgendwann an einem Punkt, bei dem es darum geht die Ko-Existenz beider Welten zusammenzuführen und miteinander arbeitsfähig zu machen. Im Projektgeschehen „Industrie 4.0.“ wird hierbei von Mensch-Maschine-Schnittstellen gesprochen. Also von Punkten in einem bestimmten Arbeitsprozess bei dem Mensch und Maschinen sich gegenseitig zum Erreichen des gewünschten Arbeitsergebnisses benötigen. Dabei rücken Roboter und Menschen in Zukunft so nah zusammen, dass sie ohne einen Sicherheitskäfig zusammenarbeiten und sogar gegenseitig auf sich aufpassen werden. Mensch und Maschinen stehen in unmittelbarem Kontaktzueinander und unterstützen sich bei der Verrichtung ihrer Arbeit.

Wird die in den 90ziger Jahren beforschte künstliche Intelligenz mit den heutigen technischen Möglichkeiten immer mehr Realität? Wenn dem so ist,  werden wir bald für verschiedene Aufgaben Kopien von C-3PO haben, die so nahe am menschlichen Verhalten sind, dass sie künstliche Emotionen erzeugen und Freundschaften zu Mensch und auch anderen Maschine eingehen können. Der Schlüssel zu diesem partnerschaftlichen Zusammenarbeiten und Zusammenleben liegt unserer Meinung nach in einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz, die Maschinen in einem ersten Schritt als vollwertiges Assistenzsystem ansieht und dann als tatsächliche Hilfe begreift. Vor uns liegt aber noch eine große, gestaltbare Leere. Denn die technische Möglichkeit ist die eine Seite – die gesellschaftliche Akzeptanz die andere.  Genau in diese Leere, in dieses Vakuum kann HR treten und als Vermittler zwischen Technik und Mensch agieren. Das  Zusammenleben zu gestalten, neue Beziehungsgeflechte zu ermöglichen und zu tragfähigen Arbeitssystemen zu machen kann und sollte ein neues Beschäftigungsfeld von Personalarbeit sein. Dabei ist die nachhaltigste Entwicklung in diesem New Work Umfeld unserer Meinung nach die konsequente Weiterentwicklung und Qualifizierung der Mitarbeiter. Dabei sollte moderne Personalentwicklung zwei Zielrichtungen verfolgen: Erstens sollte sie die Mitarbeiter befähigen mit neuen Technologien umgehen zu wollen und zu können. Denn nur angstfreie und mit den künstlichen Kollegen eng zusammenarbeitende Mitarbeiter werden eine Jobgarantie in der Zukunft haben.  Zweitens sollten schon frühzeitig neue Themeninhalte in Fort- und Weiterbildungen eingeflochten werden.  Kenntnisse in Datenverarbeitung, Tabellenkalkulationen und in Programmiersprachen werden derart an Bedeutung zunehmen, dass kaum noch ein Berufsbild ohne Basiskenntnisse in diesen Bereichen auskommen wird. Der Film lebt es im Grunde vor. Nahezu keine Lebensform kommt ohne Technologie aus und alle haben Kenntnisse in den Basisthemen. Diese Entwicklung kann aber nicht nur auf den Rücken der Unternehmen erfolgen. Hier muss auch die Gesellschaft und das öffentliche Leben ihren Teil beitragen. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Land Baden Württemberg. Das Land plant Informatik in die frühen Schulklassen einzuführen, so dass von Beginn an der Umgang mit digitalen Arbeitsformen erlernt wird. Kommen wir zurück zu unserem eingangs vollzogenen Vergleich zwischen der Macht und der Digitalisierung, so finden wir  einen sehr ähnlichen Ansatz bei den Yedi. Ein Padawan wird bereits sehr früh in die Macht eingeführt. Dies steht unabhängig von der allgemeinen Bildung. Er begleitet seinen Yedi Meister über Jahre hinweg bis der Meister entscheidet dass die Ausbildung zu Ende ist und der Padawan ein vollwertiger Yedi Ritter geworden ist.

Fassen wir noch einmal zusammen: Eine grundlegende Veränderung wird die Mensch Maschine Interaktion darstellen. Dies nicht nur im Sinne der Bedienung sondern viel mehr auf der Beziehungsebene. Die Maschine als Kollege und als Helfer begreifen. Sind wir gedanklich schon so weit? Können wir so selbstverständlich mit Maschinen wie in Star Wars interagieren. Aus unserer Perspektive ist HR hier im Lead. Mit der Industrie 4.0 wird der technische Wandel ganz von selbst kommen. Die Transformation in den Köpfen der Mitarbeiter aber nicht.

Michael Witt About Michael Witt

Nach meiner Ausbildung zum Tischler habe ich Sozialarbeit in Weingarten studiert und war danach 7 Jahre im Bereich der Beruflichen Fort- und Weiterbildung tätig. Dort war ich neben der Aufgabe als Seminarleiter vor allem als Koordinator für die konzeptionelle Entwicklung und Implementierung von Bildungsmaßnahmen im beruflichem Kontext verantwortlich und betreute dabei mehrere Standorte in Oberschwaben. Während dieser Zeit schloss ich den berufsbegleitenden MBA Studiengang ab und wechselte daraufhin in die Personaldienstleistung als Head of Recruiting. Seit 2013 beschäftigte ich mich in leitenden Konzern-Funktionen mit sämtlichen Facetten des nationalen und internationalen Recruitings. Dabei reichen meine Arbeitsinhalte von strategisch konzeptionellen Themen, über die Planung und Umsetzung operativer Recruiting Kampagnen bis hin zu Employer Branding und Personalmarketing.

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