Fundstück der Woche: Der LBS-Hit für Berufsstarter

Fundstück der Woche

Musik-Streaming-Angebote wie Spotify, Soundcloud oder Amazon Music haben sich in den letzten Jahren auf (mobilen) Endgeräten in Deutschland flächendeckend etabliert. Angebote gibt es im Überfluss. Mit ein paar Klicks gibt es mehr Musik als man in seinem ganzen Leben hören kann. Wir klicken uns ganz praktisch von Hit zu Hit. Wir hören Playlisten, die andere für uns erstellt haben. Doch die Art, wie wir den Inhalt konsumieren, hat meistens keinen nachhaltigen Wert. Es gibt jedoch einen Trend in Deutschland und der ganzen Welt, der dagegenhält: Schallplatten aus Vinyl. Vinyl erlebt seit Jahren ein Revival. Die Schallplatte ist aktuell der einzige Tonträger, deren Absätze pro Jahr im zweistelligen Prozentbereich wachsen. Erklären lässt sich dieser gegenläufige Trend vielleicht damit, dass die Schallplatte einen ideologischen Wert besitzt. Außerdem lieben wir physische Objekte und ihre Haptik.  

Der LBS-Hit für Berufsstarter! 

Wer mich ein wenig kennt, der weiß, dass ich ein leidenschaftlicher Musikliebhaber und Vinylsammler bin, der egal an welchem Ort erst einmal den örtlichen Plattenladen aufsucht. Bei meiner Suche durch die staubigen Plattenkisten schmuddeliger Plattenläden habe ich ihn gefunden. Ein Vermächtnis vergangener Tage. Ein Zeugnis des Marketings der frühen 1980er Jahre – den LBS-Hit für Berufsstarter! Komponiert von Prof. Christian Bruhn höchstpersönlich, dem ehemaligen Chef der GEMA und Ex-Mann von Katja Ebstein. Produzent von unzähligen Hits wie “Wunder gibt es immer wieder” oder “Marmor, Stein und Eisen bricht”. Außerdem gehen die Soundtracks und Titelmelodien von „Wicky und die starken Männer“,  „Heidi“ und „Captain Future“ auf sein Konto, die heute allesamt Kultstatus besitzen.

Die ehemalige Konsumgenossenschaft Dortmund-Kassel (formerly known as co op) hat sich 1991 ebenfalls mit der Vinylveröffentlichung des Titels „Wetten, dass Sie viel zu wenig über die Ausbildung bei uns wissen?“ auch im Azubimarketing versucht. Zu der Zeit wurden fast ausschließlich CDs nachgefragt. Für potentielle Azubis wahrscheinlich das falsche Medium. Vielleicht der Grundstein für die spätere Pleite?!

Wie werden heutige Personalmarketing-Maßnahmen in 10, 20 oder 30 Jahren retrospektiv betrachtet?

Trotz des aktuellen Vinyl-Booms macht audiophiles Personalmarketing (außer bei Plattenfirmen vermutlich) aus meiner Sicht keinen Sinn, da Arbeitgeber ihre potentiellen Bewerber nicht in Kategorien wie „Musikliebhaber“ und „Nicht-Musikliebhaber“ unterteilen. Den Versuch musikalisch auf sich aufmerksam zu machen, gibt es aber immer wieder. Spannend finde ich dabei die Frage, wie ernsthaft und vorausschauend solche Personalmarketing-Maßnahmen gedacht werden müssen, damit peinliche (wenn auch mutige) Ausrutscher in der Retrospektive nicht bis in alle Ewigkeit negativ an der Arbeitgebermarke haften bleiben. Denn ein viraler Hit wie der Polizei NRW Rap wird noch viele Jahre als Referenz dienen und dank des Internets ewig auffindbar bleiben. Das Vinyl wiederum wird auf kurz oder lang wieder in der anonymen Plattenkiste verschwinden.

Wenn ihr vergleichbare musikalische Schätze des Personalmarketings kennt, postet sie herzlich gerne in den Kommentaren!

 

 

About Marcel Rütten

Ich bin seit über 10 Jahren als Generalist in HR tätig und habe zuvor in Bochum und Breda (NL) BWL mit dem Schwerpunkt Personalmanagement studiert. Seit 2013 verantworte ich als HR Manager bei der Kindernothilfe u.a. die Bereiche Employer Branding, Recruiting, Retention Management sowie Talent Management. Meine Vorlieben im Personalmarketing liegen insbesondere bei Themen wie Candidate Experience, Cultural Fit und HR Analytics. Darüber hinaus bin ich Experte für HR Controlling und Compensation & Benefits. Vor meiner jetzigen Tätigkeit war ich unter anderem in verschiedenen Personalbereichen bei Siemens und Evonik aktiv. Ich spreche Code auf B1-Niveau und verstehe mich als HR Digitalstratege. In den sozialen Netzwerken findet man mich unter anderem bei XING, LinkedIn, Twitter und Instagram.

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