Private Internetnutzung und Social Media in Unternehmen: Pro und Contra Teil 2

Als das Phänomen Social Media von einigen Jahren begann, konnte noch niemand absehen, welche Entwicklungen sich hier abzeichnen würden. Nun ist Social Media nicht mehr „nur ein Hype Thema“, sondern ein wichtiger Kommunikationskanal für die Generation der Digital Natives.

Mit meinen 37 Jahren zähle ich eher zu den Digital Immigrants. Das bedeutet, ich bin nicht mit den Neuen Medien aufgewachsen, sondern musste dies erst „lernen“. Mein erster Berührungspunkt war 2004 mit XING (damals noch OpenBC). Beruflich habe ich mich ab 2008 näher mit Facebook beschäftigt und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media im Unternehmen.

Welchen Herausforderungen müssen sich Unternehmen heute stellen?

  • Paradigmenwechsel im Kommunikationsverhalten: Social Media verändert die Kommunikation nachhaltig. Denn es gilt nicht mehr das typische Sender-Empfänger-Prinzip, wo Unternehmen als Sender auftreten und Kunden, Bewerber nur noch Rezipienten sind. Unternehmen verlieren die absolute Kontrolle über die Kommunikation. Allerdings ist dieses „Risiko“ auch eine Herausforderung für Unternehmen. Social Media sollte von Unternehmen nicht als Hype verstanden werden (weil es grad in oder trendy ist), sondern als vollwertiger Kommunikationskanal.
  • Nutzer-Generierter-Inhalt (User-Generated-Content): Der User kann selber Inhalte erzeugen, in Form von Beiträgen, Rezensionen und Bewertungen. Ich stehe im direkten Kontakt mit meinen Zielgruppen, erfahre was in interessiert und kann im Dialog mit ihm diskutieren. Die Menschen also die User werden zu einer spontanen Macht in den Sozialen Netzwerken, zu Meinungsmachern. „Es gibt also eine grundlegende Machtverschiebung vom Anbieter zum Nachfrager“.  (Prof. Kruse, Revolutionäre Netze durch kollektive Bewegungen)
  • Digitalisierung der Arbeitswelt: Dies erfordert ein Umdenken in den Unternehmen und die Entwicklung der richtigen Rahmenbedingungen, für die Nutzung von Social Media, in Unternehmen. Hierzu ist es wichtig, dass Mitarbeiter am Arbeitsplatz das Internet auch für private Dinge nutzen kann, bzw. dass die Verwendung von Social Media offiziell gestattet ist. Nichts ist peinlicher, als extern als Unternehmen mit einer Facebook Fanpage oder einem XING Unternehmensprofil aufzutreten, intern aber den eigenen Mitarbeitern die Internet/Social Media Nutzung zu untersagen.

Unternehmen müssen sich nicht nur auf ein verändertes Kommunikationsverhalten einstellen, sondern auch auf die Erwartungshaltung von zukünftigen Arbeitnehmern. Die private Internetnutzung und Social Media am Arbeitsplatz, könnte sogar ein wichtiger Einflussfaktor für die Arbeitgeberwahl werden.

Wenn sich Unternehmen auf Social Media einlassen wollen, was ich sehr empfehle, dann sollten hierbei ein paar  Punkte beachtet werden.

Fünf Tips für die sie bei der Entwicklung einer Social Media Strategie beachten sollten:

  1. Erwartungen an ein Engagement im Bereich Social Media definieren
    Was bringt es mir als Unternehmen? Welche Ziele verfolge ich?
  2. Zielgruppen klar definieren
    Wer ist meine Zielgruppe? Wo finde ich meine Zielgruppe?
  3. Kanäle defineren
    Welche Social Media Kanäle will ich bedienen?
  4. Content is King
    Welche Inhalte will/kann ich posten? Habe ich eine Content Strategie?
  5. Rahmenbedingungen klären
    Wer im Unternehmen ist verantwortlich?
    Habe ich genügend Ressourcen (Zeit, Budget, Manpower)?
    Welche rechtlichen Aspekte muss ich berücksichtigen?
    Habe ich Social Media Guidelines?
    Wie reagiere ich auf Kritik?

Mit einer klaren Vorstellung und den richtigen Rahmenbedingungen macht Social Media viel Spass. Als waschechter „Personal-Marketier“, kann ich mir kein besseres Instrument für ein Unternehmen vorstellen, mit seiner Zielgruppe in direkten Kontakt zu treten. In diesem Sinne, viel Spaß beim teilen, kommentieren und mögen.

Birger Meier About Birger Meier

Personal und Marketing beschäftigen mich schon seit meinem Studium. Mein Studium International Business Studies mit Schwerpunkt Marketing und Marktforschung habe ich an der Universität Paderborn und der Universität Malaga absolviert. Im Jahr 2003 habe ich das erste Mal von Employer Branding gehört und mich dafür begeistert. Als gebürtiger Westfale lebe ich seit 2005 in Frankfurt am Main und genieße das hessische Leben. Mein Marketeer/HRler-Herz schlägt für Themen wie Employer Branding, Online Recruiting, Talent Management und Candidate Experience Management.
Nach einigen Jahren als Berater/Projektleiter bei der milch & zucker AG für die Themen Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting, bin ich ab 2011 auf die „Unternehmensseite“ gewechselt. Nach fast 2 Jahren bei der E-Plus Gruppe in Düsseldorf, arbeite ich seit Anfang 2013 als Senior Manager HR Communications im Talent Management der Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG.

Comments

  1. persobloggerunited_2012 says:

    „Nichts ist peinlicher, als extern als Unternehmen mit einer Facebook Fanpage oder einem XING Unternehmensprofil aufzutreten, intern aber den eigenen Mitarbeitern die Internet/Social Media Nutzung zu untersagen.“ <-- Das, lieber Birger, bringt es wunderbar auf den Punkt. Danke!

    • Hi Birger,

      guter Beitrag – ich kann Henner auch nur zustimmen.
      Leider gibt es immernoch Unternehmen, die eine große Inkonsistenz aufweisen bezüglich Social-Media. Facebook-Kampagne-> JAAAAA; Social-Media-Nutzung erlauben -> NIEMALS!

      Cheers
      Tim

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  1. […] So lange die Unternehmenskultur, die Akzeptanz für Social Media und Enterprise 2.0 nicht da ist, Mitarbeitern die Nutzung des Internet untersagt wird und einzelne Vertreter der Personalabteilung die einzigen sind, die das Social Media Engagement […]

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