Plus 100 Prozent: Was königliches Personalmarketing bringt.

Über 2000 Zugriffe auf das Jobvideo, fast 200 Bewerbungen. Vor knapp einem Monat habe ich auf meinem persönlichen Blog über Prinz Charles berichetet, der für die VBZ als Werbeträger für die Jobs in den Tramcockpits im Einsatz stand. Es liegt ja schliesslich auf der Hand; wer nicht warten will, das Steuer selber in die Hand zu nehmen, sollte sich bei den Verkehrsbetrieben Zürich bewerben. Was hat denn nun die Kampagne gebracht? Um es vorweg zu nehmen: Das vielgescholtene Print bringt’s.

Rückblick: Die Kampagne.

Am 14. August starteten die VBZ mit einem doppelseitigen Inserat (ausgedacht von der Agentur unseres Vertrauens) in 20 Minuten, der meistegelesenen Tageszeitung der Schweiz, ihre „royale Woche“.

Begleitet wurde die Printkampagne (ebenfalls im „Blick am Abend“ zu sehen) mit Beiträgen auf der Facebook Fanpage des VBZ Personalmanagements. In der Folge brachte die Kampagne die erwünschte Aufmerksamkeit – und viele Bewerbungen.

Erhöhte Ausschläge auf der Feedbackskala.

Zuerst einmal ging in den Tagen nach den Inseraten der SKF markant in die Höhe. SKF? Subjektiver Klingel Faktor. Die Telefone im VBZ-Personalmanagement liefen heiss. Schön für die Recruiter/-innen im Bereich Fahrdienst, ***pieps*** für die Teamkolleginnen und -kollegen. Soviel zum Subjektiven, ab zu den Fakten. Im Internet wurde ein stark erhöhter Puls gemessen. Die Zugriffszahlen auf das Jobvideo „TramführerIn“ zogen enorm an, zeitweise wurden um 100 Prozent erhöhte Zugriffe mit Tageshöchstwerten von über 200 gemessen, normal sind ungefähr 50-70 pro Tag. Mitten in der Ferienzeit – vom 20. Juli bis am 19. August 2012 – sahen sich in einem einzigen Monat über 2000 Besucherinnen und Besucher das Jobvideo an. Unique Visitors übrigens, also einzelne Personen, Mehrfachbesuche nicht mitgezählt. 13 Prozent davon nutzten übrigens für die Informtion über die Tramberufe ihr Smartphone. Womit wir beim Thema Mobile wären, worüber ich übrigens in Kürze ausführlich berichte. Ach ja, damit das auch wieder einmal gesagt ist: Wer wie die VBZ auf online setzt und alle Kommunikationspfade auf das Internet vernetzt, hat klare Vorteile bei der Messung der Kommunikationsmittel und somit der Kanalsteuerung. Soviel dazu, zurück zu Prinz Charles und der Kampagne für die Jobs als Tramführerin oder Tramführer.

Über 100 Prozent mehr Bewerbungen – und doch nicht eitel Sonnenschein.

Eine erhöhte Telefonfrequenz und viele online-Besuche sind ja schön und gut – aber wie sieht es mit den Bewerbungen aus? Auch diese haben markant angezogen: Allein im Monat August gingen 190 Bewerbungen ein, mehr als doppelt so viel wie in einem „normalen“ Sommermonat. Alles eitel Sonnenschein also? Nein, nicht ganz: Zwei Faktoren trüben die Stimmung etwas. Zum Einen floppte der (erneute) Versuch, mittels QR-Code die Brücke vom Print zum Videoinserat zu schlagen. Darüber berichte ich in meinem „Mobile-Special“ nächste Woche. Und ebenfalls enttäuschend: der Frauenanteil bei den 190 Bewerbungen sackte auf 20 Prozent ab – im Nachgang der aufsehenerregenden „gross-klein“ Frauenkampagne im letzten Jahr betrug dieser zeitweise über 30 Prozent. Wir notieren: wer sich für mehr Frauen in Männerdomänen (oder umgekehrt) insetzt, muss pausenlos dranbleiben und braucht einen langen Schnauf.

Und Prinz Charles?

Ach so, was ist denn nun mit unserem prominenten Werbeträger. Nun, wenigstens da gibt es gute Nachrichten. Prinz Charles hat sich ins Vorbereitungscamp für angehende VBZ-Trampiloten begeben.

Wenn auch diese Hürde im Auswahlverfahren genommen ist, können wir den Ausbildungsweg schon bald in einer hochmodernen VBZ-Cobra fortsetzen. Wir sind zuversichtlich. Schliesslich will ich noch mit einem Gerücht aufräumen. Es ist definitiv falsch, dass die VBZ ihre royale Werbekampagne fortsetzen und mit Kate’s Cousine kurz vor dem Vertragsabschluss stehen (was ich ehrlich gesagt schade finde – aber mich fragt ja keiner…). Also, bis bald, wenn ich hier über das Hype-Thema „Mobile“ blogge. Auf Wiederlesen.

Joerg Buckmann About Joerg Buckmann

Jörg Buckmann bloggt aus der Schweiz - er wird immer wieder auch Themen einbringen, die vieleicht in Deutschland etwas weniger bekannt sind. Jörg Buckmann, 43, ist seit fünf Jahren zusammen mit seinem HR-Team bei den Verkehrsbetrieben Zürich für viele Themen der Personalarbeit zuständig - sein Herz schlägt aber besonders für Fragen des Personalmarketings und der Personalgewinnung. Diese Leidenschaft lebt er auch in seinem eigenen Blog "blog.buckmanngewinnt" aus. Die VBZ haben in der Vergangenheit immer wieder mit guten Ideen für positive Schlagzeilen gesorgt und sind unter anderem Preisträger des Queb für die beste Recruitingkampagne 2011 und Gewinner des HR-Contests der DGFP 2011 in Wiesbaden.

Comments

  1. Spannende Insights, danke! Kannst du auch Aussagen zu den (relativen) Kosten machen, also Kosten pro Bewerbung oder Kosten pro UV? Insbesondere im Vergleich mit anderen Kampagnen? Denn Agentur + Printinserate sind ja wahrscheinlich doch nicht ganz billig?

Trackbacks

  1. […] Wer wissen will, wie viel die die Kombination Print-, Online- und Social Media der VBZ bringt, lese das hier nachträglich ergänzte Beispiel der königlichen Personalmarketing-Kampagne der VBZ. […]

  2. […] und dann ist es schwierig neben sämtlichen anderen Aufgaben sich auch noch professionell um das Personalmarketing zu kümmern. Ganz anders sieht es beim Thema Mobile Recruiting aus. Hier waren wir sogar fast etwas […]

  3. […] Über 2000 Zugriffe auf das Jobvideo, fast 200 Bewerbungen. Vor knapp einem Monat habe ich auf meinem persönlichen Blog über Prinz Charles berichetet, der für die VBZ als Werbeträger für die Jobs in den Tramcockpits im Einsatz stand.  […]

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