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Die Schweizer haben es – mal wieder – erfunden: Hafenkräne als Orientierung für das HR.

Wir Schweizer, ich gebe es ja zu, sind bisweilen ein… hmm… nennen wir es einfach mal spezielles Völkchen. Es ist ja ziemlich hüglig hier. Viele Wörter enden mit einem „li“ am Schluss (Bergli, Guetzli, Handtäschli) und mit der eleganten, weichen Aussprache des „K“ tun wir uns ziemlich schwer. Ach ja, was ich übrigens auch mal klarstellen wollte: Die Herren Köppel, Mörgeli (wieder so ein „li“), Blocher sind NICHT die Schweiz – auch wenn sie Ihnen das auf allen möglichen TV-Kanälen weismachen wollen. Aber zurück zur Schweiz. Wir haben auch ein paar ganz fantastische Errungenschaften bei uns: Die Luxemburgerli vom Sprüngli zum Beispiel (ja, ich weiss, die „li’s“ wieder), unsere direkte Demokratie, Emil (unerreicht gut!), die Berge, natürlich die Verkehrsbetriebe Zürich (ist wirklich so…), unsere Schoggi, Uhren und Sackmesser und unsere neueste Errungenschaft: Der Zürcher Hafenkran!

Fotovier-e1398517347997-150x150Jawoll, Sie haben richtig gelesen. Ich spreche vom Zürcher Hafenkran, der ja eigentlich ein Rostocker ist. In seinen rostigen Beinen steckt also ganz viel frische Ostsee-Meerluft. Und somit, wenn Sie unbedingt wollen, von mir aus ein Hauch von Deutscher Entwicklungshilfe. Doch diese frische Brise aus dem Norden schmeckt nicht allen Zürcherinnen und Zürchern. Denn der mitten in Zürich als temporäres Kunstprojekt aufgebaute Hafenkran polarisiert. Ein rostiger Haufen mitten im putzigen Züri, so etwas geht doch nicht?! Der Zürcher Tages-Anzeiger bringt es auf den Punkt: Der Hafenkran lässt niemanden kalt: Er zieht Hass auf sich und begeistert. Ja, in der Tat. Der Hafenkran lässt kaum jemanden kalt – auch mich nicht. Er ist definitiv das Stadtgespräch, weit über die Grenzen von Zürich hinaus. Warum? Weil er von der Norm abweicht. Er fällt auf. Er ist irgendwie schräg. Rostig sowieso. Und auf seine Art fasziniert er alle. Wäre es nicht auch erstrebenswert, als Arbeitgeber für seine Jobs eine derartige Aufmerksamkeit zu erreichen, ja gar zum Stadtgespräch zu werden?

 

 

Think big: Nicht auf vermeintliche Sicherheitslösungen vertrauen

In der Personalwerbung geht es zuallererst einmal darum, Aufmerksamkeit zu erregen (vielleicht haben wir hier schon einmal eine grosse Parallele zur Kunst). Ist ja logisch, wie sonst wollen Sie Ihre guten Arbeits- und Anstellungsbedingungen denn sonst an den Mann oder an die Frau bringen? Also, Grundregel Nummer eins: Sich erst einmal Gehör verschaffen. Personalwerbung, die von der Norm abweicht und darum auffällt, ist natürlich nie ganz risikolos. So wie beim Projekt „Hafenkran“. Das braucht ein bisschen Mut und eine Portion Frechheit, kurz Frechmut. Der Zürcher Markus Ruf, zweifacher Werber des Jahres in der Schweiz, rät, in der Personalwerbung nicht auf (vermeintliche) Sicherheitslösungen zu vertrauen: „Man kann Werbung mit einem Auftritt in der Mange vergleichen: Das Publikum liebt Kunststücke, die hoch oben unter der Zirkuskuppel vorgeführt werden. Wer sein Stück nur 10 Zentimeter über dem Boden aufführt und auch noch ängstlich ein Auffangnetz darunter zieht, darf sich nicht wundern, wenn kein Mensch hinguckt.“

Also, think big ist die Losung. Nicht nur im Zirkus und nicht nur beim Hafenkran, sondern auch in der Personalwerbung. Wenn schon, denn schon. Überhaupt – das Abweichen von der Norm ist für Markus Ruf der Inbegriff für Frechmut, wie er anlässlich der Buchpräsentation in Zürich erklärte:

Weitere Anregungen von Markus Ruf zum Thema Frechmut in der Personalgewinnung gibt es in Buchform – und hier schon mal vorab als etwas wilde Kunstinstallation Inspiration:

Frech

 

Personalwerbung mit einer Prise Hafenkran-Essenz

Es gibt erfreulicherweise schon heute viele Unternehmen, die ihre Personalwerbung mit Hafenkran-Essenzen anreichern, verfeinern und würzen. Die verstanden haben, dass man von der Norm abweichen muss, um im „war for eyeballs“ auf sich und seine Jobs aufmerksam zu machen. Mir fällt auf, dass unterschiedliche Polizei-Korps oft dazugehören. Aktuell gefällt mir die reduzierte Kampagne der Kollegen der Stadtpolizei Zürich sehr gut:

 

Verzichten Sie in der Personalwerbung auf Pre-Tests

Ein weiterer Tipp von Werber Markus Ruf: „Verzichten Sie auf Pre-Tests.“ Für den Werbeprofi haben sie nur wenig Aussagekraft. „Das Aufnehmen einer Werbebotschaft erfolgt in Wirklichkeit ja beiläufig. In einer Testsituation fehlt diese Beiläufigkeit. Wenn Menschen aufgefordert werden, ihr volles Augenmerk auf eine Kampagne zu richten, werden sie oft zum Musterschüler und suchen eifrig nach Kritikpunkten, die sie bei normalem Werbekonsum gar nicht stören würden. Oft werden gerade jene Punkte kritisiert, die eine Kampagne erst überraschend und eigenständig machen – also entscheidend sind für ihren Erfolg im Markt.“

Die Devise lautet gerade auch in Bezug auf die Personalwerbung: Einfach mal machen. Oft lohnt es sich also, bei Entscheidungen einen heissen Reifen zu fahren.

 

Wer wagt, gewinnt immer

… schön wär’s. Natürlich geht der Verzicht auf Pre-Test’s auch schon mal in die Hosen. So mussten die Verkehrsbetriebe Zürich die geplante auffällige Bemalung eines Fahrschulbusses in letzter Minute stoppen. Die Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer selber legten ihr Veto ein, weil eine zusätzliche Aufmerksamkeit beim Üben von engen Wendemanövern und beim Parkieren in den Wohnquartieren schon heute nicht von allen Anwohnern gern gesehen wird. Irgendwie nachvollziehbar.

19.SchnellerLernbus

Oder denken Sie an die Versuche verschiedener Firmen, mit Rap musikalisch bei den Zielgruppen zu landen. Viele wurden mit Spott überhäuft (und riesig viel Aufmerksamkeit bedacht) und einige schafften es gar zur zweifelhaften Ehre der Auszeichnung mit einer goldenen Runkelrübe.

 

Mehr Haferkäse Hafenkran

Warum Dr. Hans-Christoph Kürn von Siemens in seinem Berufsleben oft verprügelt wurde (und es ihm dennoch blendend geht), weitere gelungene Beispiele von Personalwerbung mit Hafenkran-Essenz, wie Werber Markus Ruf über die Kunstinstallation denkt, einen konkreten Tipp, wie Sie sich der Materie „Hafenkran“ spielerisch, nein schlafend!, annähern können und mein ganz persönliches Fazit zum Thema finden Sie hier auf dem grossen Hafenkran-Report auf meinem Blog. Viel Spass und…

… tschüss zäme!

P.S. Um das Thema abzurunden – einen etwas schrägen Schweizer habe ich noch gefunden…

 

 

Joerg Buckmann About Joerg Buckmann

Jörg Buckmann bloggt aus der Schweiz - er wird immer wieder auch Themen einbringen, die vieleicht in Deutschland etwas weniger bekannt sind. Jörg Buckmann, 43, ist seit fünf Jahren zusammen mit seinem HR-Team bei den Verkehrsbetrieben Zürich für viele Themen der Personalarbeit zuständig - sein Herz schlägt aber besonders für Fragen des Personalmarketings und der Personalgewinnung. Diese Leidenschaft lebt er auch in seinem eigenen Blog "blog.buckmanngewinnt" aus. Die VBZ haben in der Vergangenheit immer wieder mit guten Ideen für positive Schlagzeilen gesorgt und sind unter anderem Preisträger des Queb für die beste Recruitingkampagne 2011 und Gewinner des HR-Contests der DGFP 2011 in Wiesbaden.

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