Der Reifsche Tipp an Absolventen: „Seid relevant!“

seidrelevant

Und wieder im Nachgang zu einer Podiumsdiskussion habe ich Stoff für ein paar Beiträge. Die gute Moderation bei den beiden Podiumsdiskussionen von der ZEIT sowie Staufenbiel auf dem Absolventenkongress 2014 – Herr Kerbusk sowie Frau Fabian – konnte ich schon letztes Jahr genießen. Die Podiumsdiskussion galt dem Thema „Angebot und Nachfrage – wer bestimmt die Regeln?“ Eine weitere Podiumsdiskussion, an der ich ebenfalls teilnahm, war zum Thema “Faktor Selbstbestimmung: Wie die GenY die Arbeitswelt verändert” und dürfte eine der am besten besuchten während des Kongresses gewesen sein.

Die Fragen der Absolventen bei solchen Podien sind stets vergleichbar. Was muss ich tun, um meinen Lieblingsarbeitgeber und/oder Lieblingsjob zu ergattern? Welche Semester-Arbeiten oder Leistungen muss ich noch tun? Oft auch die Frage, ob ein zweiter Bachelor-Abschluss sinnvoll ist? Unterm Strich ist es für Arbeitgeber nicht prioritär wichtig, eine Person einzustellen, die viel Theorie, aber keine Praxis vorweisen kann. Deshalb ist meine Empfehlung immer eindringlich: sorgen Sie für praktische Erfahrungen! Die DPA hatte einen groß angelegten Bericht über dieses Thema lanciert, hier eines meiner Zitate daraus:

“Den Absolventen, die an der Hochschule bleiben, fehlt der Praxisbezug”, mahnt Reif von Ernst & Young. Wer in ein oder mehrere Unternehmen hineinschnuppert, eine erste Festanstellung hat oder ausgedehnte Praktika macht, hat einen guten Überblick über verschiedene Jobs. So ein Gap Year werde am Arbeitsmarkt inzwischen auch zunehmend akzeptiert.

Link: Karriere ohne Master: Wann der Bachelor ausreicht

Seid relevant!

Wirklich wichtig ist, dass jede Bewerberin und jeder Bewerber eine Relevanz herstellt aus der eigenen Biografie mit allen Facetten, sozialer und analytischer Kompetenz und praktischen Erfahrungen. Relevanz ist alles, relevant sein entscheidend! Zeigen Sie, was Sie können und wie Sie das bei Ihrem Wunscharbeitgeber einsetzen wollen. Dabei kann man durchaus auch aufzeigen, wie man dadurch fehlende Kompetenzlücken schließen wird. Das ist doch unterm Strich ein viel besserer Ansatz als aus theorielasten Semesterarbeiten zu zitieren …

Meine Empfehlung

Zum Ende hin fragten übrigens die Moderatoren beider Diskussionsrunden, was wir Podiumsvertreter denn den Absolventen mitgeben möchten für ihren künftigen Karriereweg.

  • ohne Softskills keine Karriere
  • akademische Leistung nicht überbewerten
  • eine Karriere entscheidet sich stets an der Leistung, nicht an der akademischen Biografie
  • akademische Abschlüsse sind Türöffner für bestimmte Berufe und Arbeitgeber,
  • bieten mithin das gebotene theoretische und wissenschaftliche Rüstzeug
  • und seien Sie relevant!!!

Die Gen Y wird die Arbeitswelt verändern. Da bin ich sicher. Dies hat mit der demographischen Entwicklung und dem daraus folgenden Fach- und insbesondere Führungskräftemangel zu tun. Den Aspekt greife ich hier nicht auf, dazu gibt es genug in meinem Blog. Aber Tim Kaltenborn hat auf seinem Blog schön zu der einen Podiumsdiskussion geschrieben, da verweise ich doch gerne hin:

…einer Podiumsdiskussion auf dem Absolventenkongress Köln, 2014

Hoffe, einen guten Einblick gegeben zu haben. Wünsche eine gute Zeit!

Beste Grüße

Marcus K. Reif

Hier gibt es noch ein paar Bilder und Impressionen

Comments

  1. Ich bin Informatikstudent. Und ich kann nur sagen. Soziale Kompetenzen sind echt wichtig =) Manche im Studiengang können nur mit dem Computer gut umgehen. Die andere Tipps für meine Jobsuche CH sind echt praktisch. Naja ich hab noch etwas Zeit. Noch 3 Semester liegen vor mir. Ich finde es aber auch echt wichtig, jetzt schon in einer Jobbörse zu schauen und sich Informationen sammeln.

  2. Hallo Marcus,
    ich kann mich der Headline nur anschließen. Auch was Marc Mertens in seine Kommentar äußert, muss berücksichtigt werden. Relevanz ist nicht nur für Absolventen wichtig sondern für den gesamten Karriereweg. Wie erreicht man Relevanz? Da will ich gar nicht lange lamentieren, sondern einfach die These in den Raum stellen:
    Verstehen sie das Geschäft und den Markt; und schauen sie, wie sie als Mitarbeiter nachhaltig zur Wertschöpfung beitragen.
    Zusätzlich gilt: Tue Gutes und spreche viel darüber. Denn Relevanz muss vom Chef / Geschäftsleitung auch erkannt werden.
    Andre Stark
    (HRM Blog: http://www.andrestark.com / Twitter: @Andre_St123)

  3. Guten Morgen,

    ich finde den Ansatz bzw. die Aussage von Herrn Reif aus dem o.s. Artikel prinzipiell sehr gut, hege aber ein kleines „aber,“ denn ich finde, relevant musste man zu allen Zeiten sein. Ich bin daher kein unbedingter Verfechter davon, dass hier eine Generation XYZ… nochmals weitere Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt vorantreiben wird.

    Vielmehr ändert sich aufgrund der komplexen und weiter voranschreitenden digitalen Vernetzung und des Themas Big Data / Cloud Computing eher die Mittel und Wege wie man sich bewerben kann, Bewerber selbst findet oder auch die Geschwindigkeit der Informationsgewinnung und -verteilung stattfindet. Wenn man hier als „traditioneller“ Arbeitgeber natürlich nur Postbewerbungen erwartet, kann man sich hinterher nicht über mangelnde Talente beschweren. ;-))

    Gleiches gilt natürlich auch umgekehrt und gleiches gilt auch für die eigene Zurschaustellung der fachlichen, sozialen und sonstigen Kompetenzen in der Bewerbungsmappe bzw. des -profils.

    In diesem Sinne wünsche ich aber hier an dieser Stelle allen Beteiligten, Referenten, HR-Bloggern, Suchenden und Netzwerkern eine besinnliche Weihnachtszeit und einen optimalen Start ins neue Jahr 2015.

    Mit herzlichen Grüßen
    Marc Mertens

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