Die Personaler Late Night Show – zum 3. Mal #pm20af

Atemlos durch die Nacht

Die Personaler Late Night ShowZum 3. Mal fand sie nun statt: die Personaler Late Night Show in Wiesbaden. Henner: Chapeau! Auch diesmal wieder: ein grandioses Netzwerktreffen und großes Fest war das. Und wie auch bei den letzten beiden Malen war wieder alles dabei: inspirierende Gespräche, ein kurzweiliges Abendprogramm, eine exquisite Auswahl an Speis und Trank und ein super Gastgeber, der diesmal sogar seine Entertainerqualitäten als karaokesingender Frontman der ohnehin sehr coolen Band und Showtruppe demonstrierte und von Schlagern bis 90er HipHop eine ziemlich bunte Palette von Mitsing-Hits aufs Parkett zauberte. Und auch diesmal durften nicht fehlen: frechmutige Personalx aus ganz Deutschland und Österreich, die am 20. Mai 2016 im Heimathafen Wiesbaden erneut netzwerkten und feierten, bis „ein neuer Tag erwachte(e)“.

Leider geil!

Viele Superlative, die ich da von mir gebe. Und wer nicht vor Ort war mag sich vielleicht fragen, wieso man überhaupt an einem Freitag (!) den Weg nach Wiesbaden auf sich nimmt, um ein vielleicht auf den ersten Blick nicht ganz eindeutig zu fassendes Veranstaltungsformat zu besuchen, das sich damit rühmt, die welterste Personaler Late Night Show zu hosten.

Julia Wilson #pm20af

Und in der Frage liegt bereits die Antwort. Denn die, die den Weg diesmal und/oder in den Jahren davor auf sich genommen haben, machen den Reiz und Erfolg dieses Events überhaupt erst aus. Und das ist m.E. das Faszinierende an der Veranstaltung, denn Henner hat es ganz offensichtlich geschafft, eine bunte Truppe an Personalern und „friends“ anzusprechen und für seine Unternehmung zu begeistern und zu gewinnen. Und sie alle sind es, die diese Unternehmung prägen und erfolgreich machen. Jörg Buckmann würde hier vermutlich von genau diesem besonderen mindset sprechen, „Frechmut“, das zum Ausloten und Verschieben von Grenzen führt, dazu, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu inspirieren. Natürlich trifft das nicht auf jeden zu – so gab es sicher den einen oder die andere, die mit dem Format Probleme oder zumindest Berührungsängste hatte. Aber ehrlich gesagt, ich habe davon kaum eine(n) keine(n) getroffen. Und entweder ist und war man dann beim nächsten Mal nicht mehr dabei, oder eben trotz allem. Weil man sich von diesem Abend hat anstecken und motivieren lassen. Und weil das Event quasi per se das ideale Onboarding-Format ist, um in die Kultur dieser Unternehmung hineinzuwachsen. Gewissermaßen also eine ideale Customer/Candidate Experience, die hier geboten wird und somit eine konsequente Umsetzung eines Anspruchs an heutiges (Personal)marketing. Denn es ist beim #pm20af eben nicht nur eine in bunten Bildern gehüllte und mit hohlen Versprechungen angereicherte VeranstaltungsANKÜNDIGUNG, sondern eben genau das:
Alles in allem, ein Abend, bei dem alle auf ihre Kosten kommen und Sie sämtliche Zwänge über Bord werfen können.
Also werfen Sie mit, haben Sie Spaß und freuen Sie sich auf einen unvergesslichen Abend im Heimathafen!

Recruiting-Trends & Best Practices

Ich kann mich gut erinnern, als ich vor drei Jahren das erste Mal zum Event wollte und ich den Besuch bei Kollegen und Führungskräften gut argumentieren musste. „Ja, klingt irgendwie (zu sehr?) nach Spass, aber es geht auch um Inhalte!“ Und ich war und bin nicht der Einzige, bei dem das so war. Auch diesmal waren wieder einige unter den Gästen, die erzählten, sie müssten im Nachgang noch einige Seiten „Take aways“ formulieren und so den „Dienstgang“ auch zur gewinnbringenden Investition machen. Und ja, man bekommt die Seiten sicher auch gefüllt, denn natürlich geht es auch um Inhaltliches. Aber eben anders als man denkt. Oder sagen wir mal anders als bei anderen Veranstaltungen. Keine Powerpoint-Präsentationen, keine Hand-outs, keine parlamentarische Sitzreihung mit gebrandetem Mitschreibe-Block und Kuli, um das ganze Geschehen zu dokumentieren. Wer trotzdem mitschreiben will, kann das. Und ich könnte sicher auch Inhaltliches zu jedem der Sponsoren-„Slams“ an dieser Stelle festhalten. Ich werde das aber nicht tun. Wer das möchte, kann es bei Gerhard Kenk nachlesen und sicher bald auch bei einigen anderen „Rückblicken“ der anwesenden BloggerInnen. Um trotzdem etwas zum „Programm“ zu sagen: Mir persönlich haben alle Sponsoren-Slams gefallen wie auch die Talk Runde mit Brigitte Hermann oder zur Contentstrategie von Voith mit Michael Witt – wie immer super authentisch, ehrlich und viel Understatement.

Hängen geblieben sind mir vor allem aber drei Beiträge: Oliver Eger’s Rezitation einer Refugee-Story eines afghanischen Flüchtlings; Arnim Wahl’s fast schon Poetry-slam-mäßiger Mash-Up eines der zentralen Matrix-Motive, in der die Figur Neo zwischen einer roten und blauen Pille wählen muss. Schlussendlich wählt er die rote und verlässt so die Matrix, um die Wahrheit zu erfahren. Arnim zufolge müssen auch wir Marketeers und Personaler uns zukünftig zwischen zwei „Pillen“ entscheiden, um entweder alles weiter wie bisher zu belassen, oder uns für einen neuen Weg zu entscheiden, in dem es um den Menschen geht, um Beziehungen, um „human connections“; sehr inspirierend war auch Hanna Drabon’s Einblick in die Spende-Dein-Talent Initiative von comspace. Eine so einfache und zugleich effektvolle Idee, um die eigene Unternehmenskultur anzureichern und zu verändern. Jeder Mensch hat ein Talent, das er oder sie in kleinen Events „spenden“ und so Kollegen näher bringen kann. Sei es kochen, fotografieren oder Gitarre spielen. Die teilehmenden Kollegen spenden einen kleinen Beitrag, der wiederum gemeinnützigen Zwecken zu Gute kommen kann. Wirklich schöne Idee. Und passte wunderbar auch in den gemeinnützigen Zweck der Personaler Late Night, in der auch dieses Jahr der Erlös wieder der Teestube in Wiesbaden gespendet wurde. 

Jetzt habe ich doch mehr Inhaltliches geschrieben, als ich ursprünglich vorhatte. Um das Bild aber zu komplettieren, lasse ich lieber mal Twitter sprechen:

Das etwas andere Net(t)working Event

Wie schon zu Beginn geschrieben, sind es Atmosphäre – oder sagen wir mal die Kultur dieser Unternehmung – und ihre Gäste Teilnehmer, die das Event so anders und damit so besonders machen. Austausch auf Augenhöhe und damit Einblicke in unsere tägliche Praxis. In unsere Vorhaben, Ideen aber auch Herausforderungen und Schwierigkeiten. Und so ergibt sich erst in dieser Form des Net(t)working ein unverblümter Einblick in unser tägliches Tun, in dem eben nicht alles Sonnenschein ist, sondern aufgrund politischer, finanzieller oder schlicht disziplinarischer Entscheidungen (sinnlose oder unliebsame) Aufgaben verteilt und gemacht werden müssen, Kollegen Ideen bremsen, andere Abteilungen intervenieren und damit die eigene Arbeit erschweren. Das ist wichtig und gehört genauso dazu, wie über die sogenannten Best-Cases zu sprechen. Und auch hier zeigt sich gerade auf einem Event wie diesem doch oft genug, dass diese Best-Cases Resultat eines langen und mühevollen Wegs sind. Genau so schön ist es aber auch zu erfahren, dass viele der Ideen gar nicht so strategisch abgeleitet wurden, wie es der Anschein ist oder wie man es vermutlich auf einer Veranstaltung vor einem gefüllten Saal mit parlamentarischer Reihung auf einer Powerpoint darstellen würde, sondern auf spontanen Ideen basieren und einem frechmutigen Willen, etwas neues auszuprobieren. So wie Henner Knabenreich vor drei Jahren mit diesem etwas anderen Net(t)working Event. Nochmal: Chapeau!

PS.: Habe ich schon erwähnt, dass Henner Helene Fischer’s „Atemlos“ gesungen hat?? Oh ja, hat er.

PPS:

Jürgen Sorg About Jürgen Sorg

Mit meiner ersten Email-Adresse 1996 fing meine Leidenschaft für Online Medien an: Internetkommunikation, soziale Netzwerke, MPOGs, Webvideo und Mobile. Das alles fasziniert mich und insbesondere die Frage nach Art, Kontext und Zweck der Mediennutzung. Nach Studium der Medienwirtschaft und -wissenschaften in Siegen und Southampton habe ich mich von 2003 bis 2008 als wissenschaftlicher Koordinator und Mitarbeiter an der Universität Siegen mit dem Umbruch von analogen zu digitalen Medien beschäftigt. Nach Zwischenstationen als Bildungsreferent und Projektmanager in der digitalen Wirtschaft war ich bis Mitte 2015 im Personalmarketing bei der Techniker Krankenkasse für die Social Media Aktivitäten zuständig. Seit 2015 bin ich als Digital Marketing Manager bei der Continental AG.
Meine Favs: Gadgets, asiatisches Kino, Wasabi Nüsse und der südamerikanische Altiplano.

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