Social Recruiting Days 2016 – ein Datenstrom an Information, Austausch und Network

Am Dienstag und Mittwoch hat in Berlin die größte Recruiting-Konferenz Deutschlands sattgefunden und eines schon mal vorweg: Es war ein großes Fest! Einer der ersten Unterschiede die mir gleich zu Beginn im Gegensatz zur Vorjahresveranstaltung aufgefallen sind: Die Veranstaltung wurde internationalisiert und das merkte man nicht nur am Programm sondern auch an den Teilnehmern. Eine, wie ich finde, perfekte Öffnung des Konferenz-Settings, das dem Ganzen einfach eine breitere Basis für fachlichen Austausch gibt und gab. Zudem wurde auch deutlich am Inhalt geschraubt: Neben drei in Englisch gehaltenen Keynotes gab es sehr viele unterschiedliche Formate die vom Selbst-Doing, über eine Innovation-Tour bis hin zu Best-Cases und Fokus-Sessions reichten. Das wirklich erfreuliche dabei ist, und das war die ganze Zeit auf der Konferenz zu spüren: Recruiting goes Data. Endlich! Mag der eine sagen, wusste ich es doch der andere. Da ich leider nicht in allen parallel laufenden Sessions dabei sein konnte, versuche ich mal aus meiner Sicht die beiden vollgepackten Tage zusammen zu fassen.

Eröffung von Robin und David

It´s all about Data

Das Recruiting sich sehr viel mit Daten beschäftigen sollte konnten wir in der letzten Zeit immer wieder lesen und wissen es selbst ja auch alle. Letztes Jahr bei den SRD15 und bei anderen Konferenzen wurden erste kleinere Best Cases aufgezeigt und auch noch einiges theoretisiert. Das hat sich dieses Jahr deutlich geändert. Es waren Referenten da, die konkrete datenbasierte Dashboards vorgestellt haben, die es ermöglichen nicht nur die Performance einzelner Recruiting-Kanäle bis hin zu einzelnen Stellen und Abteilungen aufzuschlüsseln, sondern auch konkrete Kosten-Nutzen-Verhältnisse auszurechnen um so beispielsweise Gespräche mit Jobboards vorzubereiten oder auch Entscheidungen zu treffen welche Kanäle für welche Vakanzen geeignet sind und welche nicht. Denn wie sagte Henrik so schön (mit einer Folie von Tim): „Im Recruiting glauben wir zu viel, wir sollten viel mehr wissen“. Das stimmt. Und das geht eben mit messen. Um aber wiederum messen zu können, müssen wir zum einen Prozesse haben, die wir zum anderen auch digitalisieren. Auch hier viel ein wunderbares Zitat in einem Vortag als Hinweis und Warnung zugleich: „Wenn wir einen scheiß Prozess digitalisieren, haben wir einen scheiß digitalen Prozess“. Finde ich ein schönes Zitat das es deutlich auf den Punkt bringt. Erst denken, dann digitalisieren, dann messen und dann das Richtige daraus ableiten. Neben dem inhaltlichen Recruiting-Strang in dem auch digitales Personalmarketing via Snapchat oder auch kampagnengetriebenes Recruiting vorgestellt wurde, das nahezu auf klassische Stellenanzeigen verzichtet, gab es einen Zweiten inhaltlichen Strang, der sich mit dem Themengebiet des Sourcings beschäftigte.

Sourcing – von Startern und Pros

Das Recruiting und Sourcing zwei unterschiedliche Berufsbilder sind wurde den meisten spätestens in der Fokus-Session von BFFT klar, als dann Katharina und Stefan aus ihrem Berufsalltag erzählt haben. Am Tag zuvor gab es aber ausreichend Möglichkeit selbst einmal zu sourcen. Zuerst gab es von Barbara die ersten Insights in der Sourcing Lab, die dann im Rahmen einer Sourcing Challenge dann selbst vertieft werden konnten. Hier musste in einer gewissen Zeitspanne ein idealer Kandidat gefunden werden. Darüber hinaus standen an beiden Tagen immer wieder spannende und auch ein wenig abgefahrene Sessions auf dem Programm bei denen Sourcing-Hacks und verschiedene Recruiting-Technologie vorgestellt wurden. Natürlich fehlte auch das große und spannende Themengebiet Bots nicht. Hier wurde dann von Software und Algorithmen berichtet die Stimmen bei Telefoninterviews oder Gesichter bei Videointerviews analysiert und zur Stelle matcht. Sowie von Bewerber Bots und Unternehmens Bots die sich dann selbstständig über Stellen unterhalten. Bei einer Session war ich selbst, ohne es zu wissen einer der Protagonisten eines Live-Hacks: Einer der Referenten hat sich während der Session live Zugang zum W-LAN des Hotels verschafft und im nächsten Schritt alle eMail Adressen ausgelesen. Darunter auch meine. Mittels meiner eMail Adresse fiel es ihm anscheinend sehr leicht meine private Handynummer herauszufinden. Dem aber nicht genug. Er hat mich dann aus der Session heraus angerufen und zwar mit einer (fiktiven) Telefonnummer die ich mit Sicherheit noch nie gesehen hab von einem Land das ich nicht kenne. Ich habe das Telefonat nicht angenommen und habe auch davon erst einen Tag später erfahren als mir Simone von der Session berichtete. Da ist mir eingefallen, dass mich ja eine seltsame Nummer angerufen hat und so schloss sich der Kreis. Also es geht doch mehr wie wir alle denken zu glauben;)

Mein Handy

…und dann kam Johnny Campbell

Nach einer schönen und langen Networking-Party ging es dann am zweiten Tag mit einer Keynote mit dem Sourcing-Ninja CEO von Social Talent Johnny Campbell weiter. Wer hier eine Präsentation erwartet hat, gespickt mit technischen Details und Source-Codes der hatte sich getäuscht. Johnny erzählte uns 5 Ninja-Basics die grundlegen zur technischen Komponente des Sourcens gehören. So erfuhren wir wann beispielsweise Menschen eMails lesen, warum sie überhaupt etwas tun und wie man mit einfachen Dingen JobAds verändern kann um die Conversion zu erhöhen. Aber es wurde auch hier nochmal einmal deutlich, dass neben den unerlässlichen technischen Skills die ein Sourcer benötigt, es weitere Dinge gibt die er wissen und können muss. Dies wurde, so finde ich, auf den gesamten SRD16 in den Vorträgen und auch in den Gesprächen klar: Mensch und Maschine müssen zusammenarbeiten aber der Recruiter und der Sourcer sollten aber bei ihrer Arbeit nicht vergessen, dass sie trotz der Zahlen, Dashboards, Algorithmen, Networks und Bots mit Menschen arbeiten und mit ihnen über einen wichtigen Teil ihres Lebens reden namens Arbeit und Arbeitsstelle. Es geht um Kommunikation und Wertschätzung. Wer mehr darüber wissen und auch Ninja werden möchte kann dies nun auch tun: Jan, Robin und Tobias haben die online Training-Kurse von und mit Social Talent ins Deutsche transferiert. Diese sind seit dieser Woche online. Wer zudem lesen möchte kann das dann im Frühjahr 2017 tun. Denn da kommt ein Buch von uns 4 raus, dass sich auch mit dem Themengebiet des Sourcings beschäftigen wird

Ich kann zusammenfassend für mich sagen: ich war echt begeistert von den beiden Tagen. Begeistert zu sehen, dass sich 380 Menschen für Daten und Digitalisierung im Recruiting interessieren und begeistert, dass inhaltlich dieses Jahr nicht nur auf einer Metaebene berichtet wurde, sondern auch Greifbares, Reales dabei war auf das man bauen kann. Ich freu mich echt schon auf 2017 und bin gespannt was Robin mit der Quadriga für ein Programm auf die Beine stellen wird und ich bin gespannt wie die Datafizierung des Recruitings weiter von Statten geht. Wir sehen uns nächstes JahrJ

Michael Witt About Michael Witt

Nach meiner Ausbildung zum Tischler habe ich Sozialarbeit in Weingarten studiert und war danach 7 Jahre im Bereich der Beruflichen Fort- und Weiterbildung tätig. Dort war ich neben der Aufgabe als Seminarleiter vor allem als Koordinator für die konzeptionelle Entwicklung und Implementierung von Bildungsmaßnahmen im beruflichem Kontext verantwortlich und betreute dabei mehrere Standorte in Oberschwaben. Während dieser Zeit schloss ich den berufsbegleitenden MBA Studiengang ab und wechselte daraufhin in die Personaldienstleistung als Head of Recruiting. Seit 2013 beschäftigte ich mich in leitenden Konzern-Funktionen mit sämtlichen Facetten des nationalen und internationalen Recruitings. Dabei reichen meine Arbeitsinhalte von strategisch konzeptionellen Themen, über die Planung und Umsetzung operativer Recruiting Kampagnen bis hin zu Employer Branding und Personalmarketing.

Trackbacks

  1. […] Und mich anschließend mit einem Geschäftsführer unterhalten, der meinte, er wolle das mal ausprobieren. Jetzt, nach einigen Monaten, schrieb er mir eine mail. Er war begeistert! Mehr Einstellungen. Und vor allem hat er Menschen eingestellt, die eigentlich sofort eine Absage bekommen sollten. Es funktioniert also wirklich. Unglaublich, oder? ? Aber dazu gibt es mehr Infos ein einem anderen Artikel. Versprochen. Noch mehr zu den Social Recruiting Days 2016 gibt es übrigens u.a auf personalblogger vom Michael Witt! […]

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