Was das Personalmarketing von Weihnachten lernen kann

Endlich hat das Warten ein Ende. Mit dem Christmas Advert der Londoner Kaufhauskette John Lewis startet die Vorweihnachtszeit so richtig. Naja, bei den Supermarktketten ging das ja schon im September los, Lebkuchen bei über 30 Grad, muss man mögen. Aber nun geht´s los – die Zeit der Emotionen, der Familie, der Freude, der Besinnlichkeit, der Liebe, der Hoffnung usw. Aber die Weihnachtszeit ist nicht nur die Zeit von Lebkuchen, Glühwein, Feuerzange und unzähligen Weihnachtsfeiern. Jedes Jahr gibt es aufs neue die (zumeist) schönsten Werbespots mit Fokus auf der Weihnachtszeit. Und genau hier liegt auch der Ansatz. Was kann das Personalmarketing eigentlich von diesen lernen? Hier gibt´s doch noch immer eine ganze Menge!

Legendär sind inzwischen die Christmas Adverts der Londoner Kaufhauskette John Lewis. Erinnern Sie sich noch an diese 3 Spots? Der Spot von 2015 #ManOfTheMoon hat inzwischen fast 30 Millionen (!) Aufrufe. Und der Spot 2014 ist mit einem Cannes Lions in der Kategorie Film Craft ausgezeichnet worden.

Auch 2018 gibt es wieder einen sehr emotionalen Spot, der gerade ganz frisch veröffentlicht worden ist und somit die vorweihnachtliche Zeit in UK einläutet. Was für uns in Deutschland oder eigentlich fast weltweit der Coca Cola Spot ist, ist für UK der Spot von John Lewis. Jedes Jahr auf´s neue gibt es einen großen Hype in den Medien dazu. Jeder will schon etwas erfahren haben, bevor der Spot veröffentlicht ist. Und dieses Jahr ist niemand geringeres als Sir Elton John die Handlungsperson in „The Boy and The Piano“!

Gegen die Spots von John Lewis kommt selbst der Santa Claus von Coca Cola nicht an 😉 Aber die Videos von Coca Cola erspare ich allen hier einmal, kennt ja eh jeder schon.

Aber auch in Deutschland gibt es schon die ersten Weihnachtsspot zu sehen. Dieses Jahr hat PENNY den Startschuss gegeben.

Auch hier wird sehr stark auf Emotionen gesetzt, auch wenn sich dezent in politische Themen eingemischt wird. Aber das ist ein ganz anderes Thema, denn auch da gibt es, ebenfalls in UK, aktuell das (kritische) Weihnachtsvideo von der Supermarktkette „Iceland“, die dem Palmöl den Kampf ansagt. Der Spot darf nicht im TV ausgestrahlt werden, er sei zu politisch, wie die britische Behörde „Clearcast“ entschieden hat! Mehr Hintergründe und die Reaktion von „Iceland“ können Sie hier lesen: „Dieser Weihnachtswerbespot darf nicht gesendet werden – weil er zu politisch ist“ und „Ein Supermarkt darf seine „zu politische“ Palmöl-Kritik nicht zeigen – und reagiert perfekt

Auch in den letzten Jahren gab es immer wieder inspirierende, emotionale und teils polarisierende Weihnachtsspots, insbesondere aus dem Handel. So zum Beispiel der Weihnachtsclip von EDEKA 2015. Wer hier am Ende nicht den Tränen nahe ist, der hat ein Herz aus Stein! Aber ich versichere Ihnen, das geht noch emotionaler, noch herziger,….

Und nun? Was kann das Personalmarketing von den Weihnachtsspots lernen?

Wenn Sie sich die Weihnachtsspots angeschaut haben und ein paar HR-Videos kennen, wird Ihnen direkt etwas auffallen. Für alle, die auf Anhieb kein HR-Video kennen, hier ein paar gute oder auch ansehnliche, ein paar schlechte oder noch schlechtere Recuriting-Videos.

Dies hier kommt dann schon näher dran oder? Stellt sich die Frage, warum geht das nicht auch in der DACH-Region?

Fällt Ihnen bei der Betrachtung der guten oder auch schlechten Recruiting-Videos im Vergleich zu den Weihnachtsspots etwas auf? Kaum ein Video (nehmen wir nun Robinson einmal außen vor, auch wegen des Claims und UNION) vermittelt auf eine ähnliche Art und Weise eine emotionale Bindung. Und herzzerreißend ist auch nicht wirklich eins davon. Aber suchen Sie doch einmal, wenn Sie ein passendes Recruiting-Video finden, sagen Sie mir gerne Bescheid. Dabei sind doch Emotionen und Content-Marketing wichtige und entscheidende Faktoren im Personalmarketing. Die richtige Story mit dem richtigen Bild-Text-Welt, ob nun im Recruiting-Video, auf der Karriere-Website, in sozialen Netzwerken oder auf Stellenanzeigen, Sie müssen Ihre Kunden, also die Bewerber, auf der emotionalen Ebene packen, die Herzen erobern und dafür sorgen, dass sie sich in den Bann gezogen fühlen. Und dabei auch wissen, wo sich eigentlich ihre Zielgruppe aufhält!

Wie Stefan Scheller auch in seinem Blogbeitrag zu Storytelling und Content-Marketing erwähnt, sollten diese beiden Themen von Anfang an in Employer Branding und Personalmarketing verankert sein! Und denken Sie nun bei Storytelling bitte nicht an ein Märchen, sondern an eine wahre, authentische und realistische Gesichte aus dem Unternehmen heraus, denn damit punkten Sie bei Ihren Zielgruppen.

Mein Appell an Sie, nehmen Sie sich die Weihnachtsspots zu Herzen und als Beispiel. Setzen Sie auf Emotionen und Story´s im Personalmarketing, ziehen Sie so die Bewerber in Ihren Bann und setzen sich so von Ihren Wettbewerbern ab.

Und trotz der ganzen Diskussionen um AI, Chatbots, Robotics etc. – der Faktor Mensch ist und bleibt ein wesentlicher Bestandteil in HR und wird durch Technik in seiner täglichen Arbeit unterstützt. Sehen Sie es als Mehrwert und Chance statt als Gefahr.

In diesem Sinne, einen schöne Vorweihnachtszeit und es dauert sicherlich nicht mehr lange, bis es wieder „Last Christmas“ zu hören gibt 😉

Alexander Hohaus About Alexander Hohaus

Alexander Hohaus (M.sc.) ist in den Bereichen Employer Branding und Personalmarketing zuhause. Bereits in seinem Bachelorstudium der Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Kommunikation, Marketing und Arbeitsrecht begeisterte ihn dieses Themenfeld und er sammelte Erfahrung im HR-Bereich als studentischer Mitarbeiter bei verschiedenen Unternehmen. In seiner Bachelorarbeit erforschte er das Informationsverhalten der Generation Z in Bezug auf das Thema Ausbildung. Zum Ende seines Traineeprogramms mit Schwerpunkt Personalmarketing bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank begann er sein nebenberufliches Masterstudium in Human Resource Management, welches er im April 2017 mit dem akademischen Grad „Master of Science“ beendet hat. Seine Masterarbeit verfasste er über das Thema „Der Point of Contact im Hochschulmarketing – Eine empirische Studie zur Untersuchung der Präferenzen in der Ansprache von Studierenden“. Beruflich ist er seit März 2015 als Referent Personalmarketing bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank zuständig für die Themen Employer Branding und Personalmarketing. Er bloggt rund um die Themen Employer Branding und Personalmarketing.

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