Ausbildungsmarketing am Puls der Zeit

Ausbildung oder Studium? Vollzeitstudium oder duales Studium? Und in welchem Bereich? Noch nie gab es so viele Möglichkeiten wie heute. Das ist für Schüler, die am Anfang ihres beruflichen Lebens stehen, natürlich super. Doch welcher Weg ist der richtige? Weil es so viele Angebote gibt, ist diese Entscheidung nicht immer leicht. Informationen zur Berufsorientierung sind das A und O im Ausbildungsmarketing. Wie und wo holen sich Schüler diese Informationen? Auf welchem Weg möchten sie die Informationen am liebsten bekommen? Antworten auf diese Fragen liefert die vierte deutschlandweite Schülerbefragung der apoBank.

Ausbildungsmarkt

Traditionell hat die duale Ausbildung in Deutschland eine bedeutsame Rolle, denn ungefähr die Hälfte eines Altersjahrgangs (2018: 54,5 %) startet eine Ausbildung. Dabei haben die Schüler die Auswahl von 324 nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. Handwerksordnung (HwO) anerkannten Ausbildungsberufen in Deutschland. Ende 2018 gab es deutschlandweit knapp 1,33 Millionen Auszubildende, womit zum zweiten Mal in Folge die Zahl gesteigert werden konnte (+0,5 % zum Vorjahr). Dass das Angebot an Ausbildungsstellen generell größer ist als die Nachfrage, spiegeln die Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung wider, obwohl weniger Ausbildungsplätze angeboten wurden und erstmals auch wieder die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze gesunken ist. Im Ausbildungsjahr 2019 blieben von 563.900 Ausbildungsplätzen (- 1,8 % bzw. – 10.300 Plätze im Vergleich zu 2018) 53.100 Plätze (-7,8 % bzw. – 4.500 Plätze gegenüber 2018) unbesetzt. Parallel dazu waren 24.500 Personen (-0,1 % zum Jahr 2018) zum Ausbildungsjahr 2019 unversorgt und ohne Alternative zur Ausbildung. Die Differenz von 53.100 freien Ausbildungsplätzen zu 24.500 unversorgten Bewerbern basiert weiterhin auf Passungsproblemen durch qualifikatorische, regionale und berufliche Aspekte.[1]

Der Überhang an Ausbildungsangeboten ist aber nicht nur dem demografischen Wandel geschuldet, sondern auch den vielfältigen Alternativen im deutschen Bildungssystem. So steigt die Zahl der studienberechtigten Schulabgänger und immer mehr entscheiden sich für Universitäten oder Hochschulen.[2]

Point of Contact

Der Point of Contact ist aus dem originären Marketing oftmals unter den Begriffen Single Point of Contact oder Point of Sale (kurz: PoS) bekannt. Bei den Marketingaktivitäten am PoS werden alle Kommunikationsinstrumente an der Kontaktstelle zur Zielgruppe eingebunden.[3] Das folgende Zitat macht deutlich, welchen Stellenwert der PoS hat: „Klassische Medien bringen Marken und Produkte in den Kopf der Menschen. PoS-Medien bringen diese in den Einkaufswagen.“[4] Am PoS besteht die Möglichkeit, durch Kommunikationsmaßnahmen die entsprechende Zielgruppe mit Informationen zu versorgen und in ihrer Kaufentscheidung zu beeinflussen.[5]

Soll durch Maßnahmen am PoS beim Kunden die Kaufentscheidung positiv beeinflusst werden, ist eine ansprechende Präsentation des Produkts notwendig.[6] Oft fällt die Kaufentscheidung erst am PoS.[7] Sind starke Marken in den Köpfen der Kunden verankert, fällt eine schnelle Entscheidung. Schwache Marken müssen durch die Maßnahmen die Bekanntheitsnachteile ausgleichen.[8] Bei starken und bekannten Markennamen wird durch Botschaften das Unterbewusstsein der Kunden angesprochen. Dies bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass unbekannte oder weniger bekannte Marken wirkungslos sind.[9] Die Entscheidung des Kaufs am PoS erfolgt nach neuesten Erkenntnissen nicht bewusst, sondern intuitiv. Sympathie als emotionale Bewertung spielt eine wichtige Rolle und ist Auslöser für die Handlung. Informationen müssen präzise vermittelt werden, um eine anstrengende Verarbeitung der Informationen zu vermeiden.[10]

Abgeleitet vom originären Marketing auf das Ausbildungsmarketing, bedeutet dies, dass das zu platzierende Produkt das Unternehmen bzw. das Stellenangebot und der Schüler der Kunde ist. Der Point of Contact bei Schülern ist der unmittelbare Lebensraum dieser Zielgruppe und umfasst nicht nur die Schule an sich, sondern auch den privaten Lebensraum und die Nutzung von sozialen Netzwerken.

Die vielfältigen Kommunikationsmedien lassen im Ausbildungsmarketing viele Touchpoints zur Zielgruppe zu. So können Unternehmen über soziale Netzwerke, über Online-Portale, aber auch durch die sogenannten Out of Home-Medien auf sich aufmerksam machen. Ob über Plakate, Werbung im öffentlichen Personennahverkehr, Guerilla-Marketing etc., – Möglichkeiten gibt es genug. Viel wichtiger ist die Frage, wo die Zielgruppe unterwegs ist und wo sie auch auf Unternehmen treffen möchte. Aber die Zielgruppe Schüler steht noch vor einer ganz anderen Entscheidung!

Ergebnisse der Schülerbefragung 2020

Ausbildung oder Studium? Vollzeitstudium oder duales Studium? Und in welchem Bereich? Noch nie gab es so viele Möglichkeiten wie heute. Das ist für Schüler, die am Anfang ihres beruflichen Lebens stehen, natürlich super. Doch welcher Weg ist der richtige? Weil es so viele Angebote gibt, ist diese Entscheidung nicht immer leicht. Informationen zur Berufsorientierung sind im Ausbildungsmarketing das A und O. Wie und wo holen sich Schüler diese Informationen? Auf welchem Weg möchten sie die Informationen am liebsten bekommen? Antworten auf diese Fragen liefert die dritte deutschlandweite Schülerbefragung der apoBank. Die Ergebnisse zeigen deutlich die Bedeutung des Point of Contact im Ausbildungsmarketing. Hier finden Sie die Ergebnisse der Schülerbefragung 2017, Schülerbefragung 2018 sowie der Schülerbefragung 2019.

Die Datenerhebung erfolgte mittels standardisiertem Online-Fragebogen. Das notwendige Panel wurde bereitgestellt durch die respondi AG. Der Befragungszeitraum war vom 11. Mai bis 18. Mai 2020 und lag somit bereits in der Zeit der Coronapandemie. Insgesamt konnte ein n=800 Schülern festgehalten werden.

Die gesamte Studie inkl. Grafiken können Sie am Ende kostenfrei herunterladen.

Nach der Schulzeit

Ausbildung? Duales Studium? Vollzeitstudium? Und in welcher Branche? Fragen über Fragen, mit denen sich Schüler auseinandersetzen müssen. Die Medienbranche ist auch 2020 am Interessantesten für Schüler und liegt bei 40 % (2019: 40%; 2018: 45 %). Der öffentliche Dienst legt wieder etwas zu auf 26 %, nach dem die Branche in den Vorjahren kostant gesunken ist. (2019: 22 %, 2018: 26 %). Trotz der Coronapandemie sinkt das Interesse an der Handelsbranche auch im vierten Jahr in Folge auf nun 18 % (2019: 21 %, 2018: 22 %, 2017: 28 %), ebenso die Industrie auf nun 14 % (2019 und 2018: 18 %).

Welche Branchen findest Du für deinen beruflichen Start interessant?

Die Medienbranche ist weiterhin am interessantesten.

 

Soziale Netzwerke

Bei der Betrachtung der Nutzung einzelner Social-Media-Kanäle bei Schülern bestehen Unterschiede in Nutzungsintensität und Relevanz.

  • TikTok wird inzwischen von 42 % der Schüler (2019: 14 %) zumindest gelegentlich genutzt, jedoch möchten nur 7 % der Schüler (2019: 3 %) hierüber überhaupt Informationen zu Arbeitgebern erhalten.
  • Facebook wird von 29 % der Schüler (2019: 27 %) generell genutzt. Allerdings möchten hier nur 14 % der Schüler (2019: 19 %) Informationen zu Arbeitgebern erhalten.
  • 91 % der Schüler (2019: 88 %) nutzen Instagram allgemein. 50 % der Schüler (2019: 49 %) geben an, sich über dieses soziale Netzwerk über Arbeitgeber zu informieren bzw. hier Informationen erhalten zu wollen.
  • Via Snapchat möchten nur 8 % der Schüler (2019: 14 %) Informationen bekommen; 72 % der Schüler (2019: 68 %) sind bei Snapchat privat aktiv.
  • 97 % der Schüler (2019: 96 %) nutzen WhatsApp. 26 % der Schüler (2019: 27 %) signalisieren eine Relevanz.
  • 96 % der Schüler (2019: 94 %) sind bei YouTube privat aktiv. 43 % der Schüler (2019: 45 %) möchten über YouTube Informationen zu Arbeitgebern erhalten.
  • 25 % der Schüler (2019: 26 %) möchten über keine sozialen Netzwerke Informationen zu Arbeitgebern erhalten!
Vergleich zur Nutzung von sozialen Netzwerken 2020

Unterschiede in der Nutzung von sozialen Netzwerken.

 

Online-Portale

58 % der Schüler (2019: 58 %) bevorzugen die Suche über Google. Deutlich dahinter liegt mit 31 % (2019: 29 %) die Jobbörse der Agentur für Arbeit. Klassische Portale für die Suche nach Plätzen für die Ausbildung oder ein duales Studium bewegen sich auf einer Bandbreite von 22 % (azubi.de) bis 2 % (azubister.net). Google sowie die Jobbörse der Agentur für Arbeit haben die höchste Relevanz. Die klassischen Portale verteilen sich recht einheitlich und keines sticht besonders hervor. Auffällig ist jedoch auch, dass auch 2020 wieder 20 % (2019: 20 %; 2018: 15 %) der Schüler keine der genannten Online-Portale nutzen, um sich über Ausbildungsplätze oder Angebote für ein duales Studium zu informieren.

Welche Online-Portale nutzt Du, um Dich über Ausbildungsplätze oder Angebote für ein duales Studium zu informieren?

Google ist bei der Suche nach Ausbildungsplätzen und dualen Studienangeboten deutlich vorne.

 

Persönlicher Kontakt

Der persönliche Kontakt bei Veranstaltungen im Ausbildungsmarketing ist nach wie vor ein relevanter Faktor, auch in Zeiten von Corona. Denn 65 % der Schüler (2019: 60 %) möchten über Veranstaltungen in der Schule auf Unternehmen treffen. Zudem sagen 44 % der Schüler (2019: 41 %), dass sie Ausbildungsmessen besuchen und darüber Informationen zu Arbeitgebern erhalten möchten. Auch Bewerbertrainings in Schulen (37 %, 2019: 35 %) und die Berufsberatung der Agentur für Arbeit (36 %, 2019: 34 %) sind Kanäle, die nicht vernachlässigt werden dürfen. Weit abgefallen ist das IHK Azubi-Speed-Dating, welches nur von 3 % der Schüler (2019: 3 %) als Kontaktpunkt zu Unternehmen bewertet wird. Hier ist aber fairerweise auch zu erwähnen, dass Schüler in der Berufsorientierung kaum bis gar keinen Kontakt zur IHK haben und somit das IHK Speed Dating erst zu einem späteren Zeitpunkt kennenlernen.

Welche Veranstaltungen nutzt Du zur Berufsorientierung?

Die Nutzung von Veranstaltungen zur Berufsorientierung geht leicht hoch, trotz Corona!

 

Indirekte Kommunikation

Einen weiteren wichtigen Part im Ausbildungsmarketing nimmt die indirekte Kommunikation ein. Die Befragung hat gezeigt, dass Schülern Printangebote nach wie vor nutzen. 42 % der Schüler (2019: 48 %) nutzen Broschüren von Arbeitgebern und 34 % der Schüler (2019: 37 %) sehen einen Informationskanal zu Arbeitgebern über Zeitschriften in der Schule. Auch sollten Unterlagen der Agentur für Arbeit (33 %, 2019: 33 %) sowie Plakate (32 %, 2019: 28 %) nicht vernachlässigt werden. Überraschend ist, dass 21 % der Schüler (2019: 22 %) Tageszeitung zur Berufsorientierung nutzen. Hier lässt sich jedoch die Hypothese aufstellen, dass hier die Familie und Großeltern ggf. entsprechende Multiplikatoren sind.

Neben Veranstaltungen gibt es weitere Medien zur Berufsorientierung. Welche davon nutzt Du?

Broschüren von Unternehmen werden weiterhin genutzt.

 

Die Relevanz von Videos von Mitarbeitern und Unternehmen, um sich über unterschiedliche Berufsfelder zu informieren, ist für die Schüler von hoher Bedeutung. So hat die Befragung gezeigt, dass über 70 % der Schüler Videos von Mitarbeitern und Unternehmen relevant bis sehr relevant sind.

Wie relevant sind im Rahmen der Berufsorientierung Videos von Mitarbeitern und Unternehmen, um Dich über unterschiedliche Berufsfelder zu informieren?

Videos haben weiterhin eine hohe Relevanz zur Information über unterschiedliche Berufsfelder.

 

Die Wahrnehmung von Werbeanzeigen in Apps bei Schülern liegt 2020 konstant bei 61 % (2019: 60 %). Dagegen ist die Wahrnehmung von Werbemaßnahmen im öffentlichen Nahverkehr (55 %, 2019: 50 %) leicht gestiegen. Erstmalig dabei ist die Wahrnehmung des Sponsorings auf Trikots (21 %) sowie Bandenwerbung, bspw. im Fußballstadion (21 %).

Es gibt noch weitere Möglichkeiten, die dir Informationen geben können. Welche hiervon nimmst Du wahr?

Die Wahrnehmung von InApp-Advertising bleibt konstant.

 

Austauschpartner bei der Berufsorientierung

Die Studie zeigt auch, dass Eltern/Familie (86 %, 2019: 85%) und Freunde/Bekannte (76 %, 2019: 73 %) sehr wichtige und wichtige Austauschpartner bei der Berufsorientierung sind. Unternehmensvertreter (49 %, 2019: 49 %) haben dabei eine höhere Bedeutung als Austauschpartner als Lehrer (38 %, 2019: 33 %). Sowohl die Agentur für Arbeit/BIZ (37 %, 2019: 33 %) als auch die IHK (14 %, 2019: 13 %) steigen leicht in ihrer Bedeutung als Austauschpartner bei der Berufsorientierung.

Sehr wichtige und wichtige Austauschpartner für Schüler in der Berufsorientierung

Eltern, Familie, Freunde und Bekannte sind weiterhin die wichtigsten Austauschpartner.

 

Fazit für das Ausbildungsmarketing

Der steigende Bedarf an qualifizierten Fachkräften trägt dazu bei, dass Unternehmen im Recruiting der Nachwuchskräfte immer mehr im Wettbewerb stehen. Gleichzeitig gelangen Schüler immer mehr in die Rolle, sich das Unternehmen aussuchen zu können. Das führt auch weiterhin dazu, dass sich die Unternehmen bei ihrer Zielgruppe „bewerben“ müssen. Der demografische Wandel und die zunehmende Akademisierung tragen dazu bei, dass sich die Situation am Arbeitsmarkt weiter zuspitzt, obwohl durch die Coronapandemie derzeit die Arbeitsmarktlage etwas schwieriger ist. Jedoch ist mit zunehmender „New Normalität“ davon auszugehen, dass sich die Situation am Arbeitsmarkt wieder entspannen wird. Daher wird die Kommunikationsstrategie auch weiterhin einen bedeutenden Anteil im Ausbildungsmarketing einnehmen. Hierbei stehen den Unternehmen vielfältige Maßnahmen zur Verfügung, über welche sie ihre Zielgruppe erreichen können. Es ist jedoch unabdingbar, dass die Unternehmen ihre Zielgruppe kennen und Kenntnisse über deren Informationsverhalten sowie deren Lebensräume haben. Nur so ist eine genaue Kommunikation am Point of Contact möglich. Die empirische Erhebung zeigt deutlich auf, dass es nicht DAS Medium oder DEN Kanal gibt, über den sämtliche Schüler erreicht werden können. Es ist somit unerlässlich, einen crossmedialen Mix zu wählen. Mit Google for Jobs bietet sich eine hervorragende Möglichkeit, um Schüler via Google zu erreiche. Strukturierte Daten im Bewerbermanagementsystem bzw. den Stellenausschreibungen sind dabei das A und O. Und Sie können aktiv die notwendigen Informationen über die Google Indexing API übermitteln. Auch Printmedien, wie so oft erwähnt, sind nicht „tot“ und Onlinemedien sind nicht die Lösung aller Probleme. Die Maßnahmen der Unternehmen sollten entsprechend an den Nutzungsgewohnheiten und Bedürfnissen der Zielgruppe ausgerichtet und deren Wirksamkeit evaluiert werden. Selbstverständlich ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis ebenfalls maßgebend. Aber auch die Coronapandemie hat generelle Auswirkungen auf den Recruiting-Mix. Hierzu hat Marcel Rütten einen empfehlenswerten Beitrag auf hr4good verfasst.

Die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst:

  • Bei der allgemeinen Nutzung von sozialen Netzwerken legt Instagram (91 %) im vierten Jahr in Folge zu und liegt mit YouTube (96 %) und WhatsApp (97 %) vorne. Die allgemeine Nutzung von TikTokist deutlich auf 42 % gestiegen. Zudem steigt die Nutzung von Pinterest auf nun 36 %.
  • Informationen über Arbeitgeber in sozialen Netzwerken möchten Schüler voranging über Instagram (50 %) und YouTube (43 %). Facebook dahingegen sinkt weiter in der Nutzung und liegt noch bei 14 %. Über TikTok möchten nur 7 % der Schüler Informationen über Arbeitgeber erhalten. Auffällig: Ein Viertel der befragten Schüler möchte über keine sozialen Netzwerke Informationen über Arbeitgeber erhalten.
  • Google und die Jobbörse der Agentur für Arbeit sind auch 2020 die Online-Portale mit der höchsten Nutzung. Auffällig ist jedoch, dass auch weiterhin 20 % der befragten Schüler keine Online-Portale nutzen.
  • Veranstaltungen in der Schule sowie Ausbildungsmessen sind weiterhin von hoher Relevanz. Nach einem stetigen Rückgang von 2017 bis 2019 sind solche Veranstaltung in ihrer Relevanz 2020 wieder gestiegen, trotz Corona!
  • Printmedien sind zwar generell noch gefragt, aber leicht rückläufig. Insbesondere Broschüren von Unternehmen werden von 42 % genutzt. Plakate (32 %) sollten in ihrer Nutzung nicht außer Acht gelassen werden.
  • Videos von Mitarbeitern und Unternehmen sind nach wie vor für über 70 % der Schüler relevante bis sehr relevante Informationsquellen, um sich über unterschiedliche Berufsfelder zu informieren.
  • Die Wahrnehmung von InApp-Advertising bleibt mit 61 % deutlich konstant und liegt vor Werbemaßnahmen im öffentlichen Nahverkehr, die in ihrer Wahrnehmung leicht gestiegen sind auf 55 %. Trikotwerbung und Bandenwerbung werden jeweils von 21 % der befragten Schüler wahrgenommen.
  • Neben Eltern, Familie, Freunden und Bekannten sind Unternehmensvertreter weiterhin bedeutende Austauschpartner in der Berufsorientierung. Die Agentur für Arbeit (37 %) sowie Lehrer (38 %) steigen leicht in ihrer Relevanz als Austauschpartner in der Berufsorientierung.
  • Im Bereich der interessanten Branchen für Schüler liegt die Banken-/Versicherungsbranche stabil bei 24 %. Die Medienbranche ist weiterhin am Interessantesten für Schüler und liegt bei 40 %. Das Interesse der Schüler an der Handels-und Industriebranche sinkt im vierten Jahr in Folge.

Es wird immer gute Gründe geben, ein Risiko nicht einzugehen. Aber wenn man immer nur macht, was in der Vergangenheit funktionierte, wird man eines Tages aufwachen und feststellen, dass man überholt worden ist. (Clayton Christensen)

Hier können Sie die Studienergebnisse als pdf-Datei herunterladen.

Dieser Beitrag gehört zur Blogparade „Recruiting Learnings durch Corona“ von Tim Verhoeven und seinem Blog „recruitingnerd.de

Weitere Berichte über die Schülerbefragung 2020 der apoBank gibt es von Stefan Scheller auf persoblogger.de und von Joachim Diercks auf blog.recrutainment.de.

Und abschließend noch ein Hinweis in eigener Sache: Da ich zum Jahresende 2020 die apoBank nach fast 8 Jahren verlasse und ab Januar 2021 mich einer neuen beruflichen Herausforderung stelle, kontaktieren Sie mich bei Fragen gerne via LinkedIn (alternativ XING).

Literatur:

[1]   Vgl. Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2020. Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung, Bonn 2020

[2]    Vgl. Bundesinstitut für Berufsbildung (2015): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2015, Bonn 2015; Hohaus, A. (2014): Bewerber verstehen – Ergebnisse einer Studie als Grundlage für ein zielgerichtetes Ausbildungsmarketing, in: Cramer, G., Dietl, S., Schmidt, H., Wittwer, W. (Hrsg.), Ausbilder-Handbuch, Loseblattwerk, 160. Ergänzungslieferung, Köln 2014, S. 1-16

[3]    Vgl. Gröpel-Klein, A. (2012): Point-of-Sale-Marketing, in: Zentes, J., Swoboda, B., Morschett, D., Schramm-Klein, H. (Hrsg.), Handbuch Handel, 2. Aufl., Wiesbaden 2012, S. 645-669

[4]    Nagel, M., Ehling, C. (2007): Status Quo: „at retail media“: Eine Befragung zur Verwendung und Bewertung von Medien am POS, URL: http://www.awk.de/fileadmin/redakteur/aktuelles/downloads/popai_status-quo_2007.pdf

[5]    Vgl. Haug, A. (2012): Multisensuelle Unternehmenskommunikation – Erfolgreicher Markenaufbau durch die Ansprache aller Sinne, Wiesbaden 2012; Gröpel-Klein, A. (2012): Point-of-Sale-Marketing, in: Zentes, J., Swoboda, B., Morschett, D., Schramm-Klein, H. (Hrsg.), Handbuch Handel, 2. Aufl., Wiesbaden 2012, S. 645-669

[6]    Vgl. Gründerszene (o.J.): Point of Sale (PoS), URL: http://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/point-of-sale-pos

[7]    Vgl. Haug, A. (2012): Multisensuelle Unternehmenskommunikation – Erfolgreicher Markenaufbau durch die Ansprache aller Sinne, Wiesbaden 2012; Gröpel-Klein, A. (2012): Point-of-Sale-Marketing, in: Zentes, J., Swoboda, B., Morschett, D., Schramm-Klein, H. (Hrsg.), Handbuch Handel, 2. Aufl., Wiesbaden 2012, S. 645-669

[8]    Vgl. Haug, A. (2012): Multisensuelle Unternehmenskommunikation – Erfolgreicher Markenaufbau durch die Ansprache aller Sinne, Wiesbaden 2012; Gutjahr, G. (2013): Markenpsychologie – Wie Marken wirken – Was Marken stark macht, 2. Aufl., Wiesbaden 2013

[9]    Vgl. Gutjahr, G. (2013): Markenpsychologie – Wie Marken wirken – Was Marken stark macht, 2. Aufl., Wiesbaden 2013

[10]    Vgl. Gröpel-Klein, A. (2012): Point-of-Sale-Marketing, in: Zentes, J., Swoboda, B., Morschett, D., Schramm-Klein, H. (Hrsg.), Handbuch Handel, 2. Aufl., Wiesbaden 2012, S. 645-669; Gutjahr, G. (2013): Markenpsychologie – Wie Marken wirken – Was Marken stark macht, 2. Aufl., Wiesbaden 2013

Alexander Hohaus About Alexander Hohaus

Alexander Hohaus (M.Sc.) ist in den Bereichen Employer Branding und Personalmarketing zuhause. In seinem Bachelor- und Masterstudium an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management hat er in diesem Themengebiet quantitative Forschungen durchgeführt, beispielsweise zum Informationsverhalten von Schülern und Studierenden oder auch der Relevanz von Arbeitgebersiegeln. 2013 ist er bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank in Düsseldorf eingestiegen und war zuständig für Employer Branding und Personalmarketing. Seit Januar 2021 ist er als Manager Employer Branding bei der Gothaer Versicherung tätig. Zusätzlich gibt Hohaus seit 2018 als nebenberuflicher Lehrbeauftragter an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management sein Praxiswissen an den akademischen Nachwuchs weiter und wurde 2019 als Personalmarketing Innovator des Jahres ausgezeichnet.

Speak Your Mind

*